Baustelleneinrichtung – Definition

Die Baustelleneinrichtung umfasst alle Arbeiten und Anlagen, die nötig sind, damit auf der Baustelle sicher und wirtschaftlich gearbeitet werden kann. Dazu gehören das Vorbereiten der Flächen, die Absicherung gegenüber Dritten, Zufahrten und Lagerflächen, die Versorgung mit Strom und Wasser sowie Unterkünfte, Büros und Sanitäranlagen für die Beschäftigten.

Die Baustelleneinrichtung hat drei Phasen:

  1. Einrichten: Anliefern, Aufstellen und Anschließen aller Anlagen vor Baubeginn
  2. Vorhalten: Betrieb, Wartung und Anpassung während der Bauzeit
  3. Räumen: Abbau, Abtransport und Wiederherstellen der Flächen nach Bauende

Welche Leistungen der Auftragnehmer übernimmt, sollte im Leistungsverzeichnis des Bauvertrags geregelt sein.

Was gehört zur Baustelleneinrichtung?

Je nach Größe des Bauprojekts brauchst Du typischerweise:

Baustelleneinrichtungsplan – Wie behält man den Überblick?

Im Baustelleneinrichtungsplan (BE-Plan) wird festgelegt, wo was auf der Baustelle steht. Er ist eine maßstäbliche Zeichnung des Baufelds und zeigt die Lage

Ein guter BE-Plan berücksichtigt auch den Bauablauf. Bei längeren Projekten lohnt es sich, ihn für jede Bauphase anzupassen, zum Beispiel wenn der Kran umgesetzt wird oder Lagerflächen bebaut werden.

Genehmigungen und Vorankündigung

Nutzung öffentlicher Flächen: Werden Gehweg, Straße oder Parkplätze für Container , Bauzaun oder Kran genutzt, brauchst Du in der Regel eine Sondernutzungserlaubnis der Gemeinde und eine verkehrsrechtliche Anordnung der Straßenverkehrsbehörde. Plane dafür mehrere Wochen Vorlauf ein und kläre die Anforderungen frühzeitig mit Deiner Kommune.

Vorankündigung nach Baustellenverordnung: Der Bauherr muss die Baustelle spätestens zwei Wochen vor Einrichtung bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde ankündigen, wenn

  • die Arbeiten länger als 30 Arbeitstage dauern und dabei mehr als 20 Beschäftigte gleichzeitig tätig sind, oder
  • der Umfang der Arbeiten 500 Personentage überschreitet.

Die Vorankündigung muss gut sichtbar auf der Baustelle aushängen.

Gesetzliche Vorschriften – Was gibt es zu beachten?

Für die Baustelleneinrichtung gelten mehrere Regelwerke:

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG ): Nach § 4 ist die Arbeit so zu gestalten, dass Gefährdungen für Leben und Gesundheit möglichst vermieden und verbleibende Gefährdungen gering gehalten werden. Nach § 12 müssen die Beschäftigten über Gefahren und Schutzmaßnahmen verständlich unterwiesen werden.
  • Baustellenverordnung (BaustellV ): Sie ergänzt das Arbeitsschutzgesetz speziell für Baustellen. Neben der Vorankündigung regelt sie, dass der Bauherr einen Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo) bestellen muss, sobald Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber auf der Baustelle tätig sind. In bestimmten Fällen ist zusätzlich ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGe-Plan) zu erstellen.
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV ): Sie regelt unter anderem freie Flucht- und Rettungswege, Erste-Hilfe-Einrichtungen, Pausen- und Bereitschaftsräume, Unterkünfte und Toiletten. Konkretisiert wird sie durch die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR).
  • DGUV Vorschrift 38 „Bauarbeiten“: Die Unfallverhütungsvorschrift der Berufsgenossenschaft enthält konkrete Anforderungen an sicheres Arbeiten auf Baustellen.
  • Landesbauordnung: Sie regelt unter anderem das Bauschild und die Absicherung der Baustelle. Die Details unterscheiden sich je Bundesland.

Verstöße gegen Arbeitsschutzpflichten können als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern bis 30.000 € geahndet werden (§ 25 ArbSchG ). Wer vorsätzlich Leben oder Gesundheit von Beschäftigten gefährdet, macht sich strafbar (§ 26 ArbSchG ).

Verkehrssicherungspflicht

Wer auf der Baustelle eine Gefahrenquelle schafft, muss dafür sorgen, dass Dritte nicht zu Schaden kommen, zum Beispiel durch Bauzäune , Absperrungen , Beschilderung und Beleuchtung . Die Pflicht ergibt sich aus dem Zivilrecht (§ 823 BGB) und endet, wenn die Bauarbeiten ordnungsgemäß abgeschlossen sind.

Werden die Arbeiten vorzeitig beendet, zum Beispiel nach einer Kündigung des Bauvertrags, bleibt der bisher Verantwortliche so lange verkehrssicherungspflichtig, bis ein anderer die Baustelle übernimmt. Eine schriftliche Übernahmevereinbarung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer schafft hier Klarheit und vermeidet zusätzliche Kosten.

Weitere Informationen bieten das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin .

Baustelleneinrichtung – Welche Kosten entstehen?

In der Kostenplanung nach DIN 276 gehört die Baustelleneinrichtung zur Kostengruppe 391. In der Kalkulation des Bauunternehmens wird sie entweder als eigene Position im Leistungsverzeichnis ausgewiesen oder in den Baustellengemeinkosten berücksichtigt.

Die Kosten setzen sich meist aus drei Blöcken zusammen:

  • Einmalige Kosten für das Einrichten: Transport, Aufbau, Anschlüsse, Genehmigungsgebühren
  • Zeitabhängige Kosten für das Vorhalten: Miete für Container , Bauzaun , Toiletten und Geräte, Verbrauch von Strom und Wasser, Reinigung und Wartung
  • Einmalige Kosten für das Räumen: Abbau, Abtransport, Wiederherstellen der Flächen

Wie hoch die Kosten ausfallen, hängt vor allem von der Bauzeit, der Größe der Baustelle und der Anzahl der Beschäftigten ab. Weil die Vorhaltekosten mit jedem Tag weiterlaufen, lohnt sich ein genauer Blick auf die Mietdauer. Mietgeräte lassen sich flexibel an den Bauablauf anpassen, rechtzeitig zurückgeben und bequem online mieten .

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